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Das Heubad

Ein Wellnessurlaub in Südtirol ist ein ganz besonderer Genuss. Dazu gehört auch unbedingt das Heubad, auch „Alpenbadl“ genannt.

Dieses wohltuende Bad im duftenden Heu geht auf eine alte Tradition zurück, denn schon die Bauern schliefen früher nach dem anstrengenden Mähen nachts oft gleich im aufgeschichteten Heu und erholten sich dabei auffallend rasch von der harten Arbeit. Seit dem Mittelalter ist auch bekannt, dass die Senner, die im Sommer auf der Alm ebenfalls im Heu schliefen, sich so von rheumatischen Beschwerden befreien konnten. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelten sich deshalb die ersten „Heubäder“ als Kureinrichtungen für Bergurlauber. Bauern boten den Touristen ihre Scheunen zum Heubaden an, und bald schon kamen die „Kurgäste“ von weit her angereist.

Im Zuge des Wellness-Trends erlebt das Heubaden eine neuerliche Renaissance. Das Heubaden ist ungemein entspannend, fördert die Durchblutung und beeinflusst über die Reflexzonen an der Hautoberfläche auch die inneren Organe. Heubäder wirken zudem entschlackend und werden bei Problemen mit den Atemwegen, rheumatischen Erkrankungen sowie zur Vorbeugung gegen jegliche Krankheit eingesetzt. Vor allem der hohe Anteil an Blüten und Kräutern macht das Hau von den Südtiroler Almen so wertvoll. Nach wie vor werden die Almwiesen großteils von Hand gemäht. Dank dieses schonenden Ernteverfahrens bleiben sämtliche Wirkstoffe der Gräser, Kräuter und Blumen auch bei der Trocknung erhalten.

Je höher die Almen liegen, desto artenreicher ist die Flora; im Dolomitenheu finden wir Pflanzen wie Frauenmantel, Arnika, Edelraute, Thymian, Speik, Quecke, Lolch und Schwingel, die es so besonders gesund machen! Für das Heubad wird das Heu zuerst in 40 Grad warmem Wasser eingeweicht und erwärmt. Blütenpollen werden dabei im Wasser gebunden, was für Allergiker sehr wichtig ist; außerdem werden die äthereischen Öle und der Hauptwirkstoff Cumarin freigesetzt.

Auf einer Liege wird der Gast nun bis zum Hals in das warme Heu gepackt. Die Wärme und der ungewohnte Reiz auf der Haut führen zu erhöhter Durchblutung und Schweißbildung. Hier setzt die positive Wirkung des Heubades auf den Körper ein. Anschließend an die Heupackung folgt eine entspannende Ruhephase: In Decken gehüllt wird noch nachgeschwitzt und langsam abgekühlt. Kneippwaschungen, Fußwechselbäder oder sanfte Massagen runden die Behandlung wohltuend ab.

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