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[ 25.11.2010 ]

Der Krampus kommt

Bald ist wieder Nikolotag, der Festtag des Heiligen Nikolaus von Myrna. Dieser Bischof gilt auf Grund der ihm zugeschriebenen Wunder als Schutzheiliger der Seefahrer und der Kinder.

Nach altem Brauch besucht er die Kinder am 6. Dezember, lobt die Braven und tadelt die Schlimmen und teilt kleine Geschenke aus. Doch der Nikolaus kommt nicht alleine: in Tirol und Südtirol, aber auch im gesamten Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie von Norditalien bis Ungarn erscheint in seinem Gefolge der Krampus, eine teuflische, Furcht erregende Gestalt, maskiert, gehörnt, zottelig und mit langer Zunge, mit Ketten rasselnd, in der Hand eine Rute und am Rücken oft noch eine Butte, in die er die schlimmen Kinder steckt. Meist folgt dem Nikolo sogar eine ganze Horde Karmpusse und verbreitet Angst und Schrecken.

Wann genau der Krampus bei uns aufgetaucht ist, liegt im Dunkeln. Entfernt ist er mit diversen Perchtenfiguren verwandt, so dass seine Wurzeln durchaus auf heidnische Bräuche zurückgehen könnten. Er ist aber eine eigenständige Figur und kommt auch nur gemeinsam mit dem Nikolaus vor. Dieser ist jedenfalls schon seit Jahrhunderten als Geschenkebringer für die Kinder bekannt, und allzu lange dürfte er auf seinen Furcht einflößenden Begleiter nicht haben warten müssen. Spätestens im 15. Jahrhundert ist der Krampus bereits nachweisbar und ergänzte die Figur des Nikolaus ganz im Sinne der damaligen Pädagogik. Denn hatte der Nikolaus anfangs noch sowohl die Braven gelobt und belohnt als auch selbst schlimme Kinder gestraft und sogar mit der Rute gezüchtigt, so hat ihm der Krampus das Strafen mit der Zeit ganz abgenommen. Der Nikolo wurde so zur guten, reinen und ausschließlich positiven Figur, während der Krampus die böse, strafende, schreckliche Seite verkörpert.

Der eigentliche Krampustag ist aber bereits der 5. Dezember, wo abends in vielen Dörfern die Krampusläufe stattfinden. Dabei stürmen die Teufel wie die Wilde Jagd durch den Ort, wild und lärmend und noch gänzlich ungezähmt vom Nikolaus. In vielen Urlaubsorten in Südtirol und Tirol können Sie solche Krampusläufe noch ganz authentisch erleben; berühmt sind etwa die Läufe in Sand in Taufers, in Toblach oder in Auer.

Die moderne Pädagogik versucht zwar, den Krampus von den Kindern fern zu halten, und hat ihn aus Kindergärten und Schulen weit gehend ausgesperrt. Doch wirklich unterkriegen lässt sich der teuflische Kerl nicht und treibt sein Unwesen umso eifriger auf den Straßen und Plätzen. Und seien wir ehrlich: Der Nikolaus bringt zwar die Geschenke, doch viel interessanter, viel faszinierender ist doch der wilde, böse Krampus! Der Krampus kommt!
5. + 6. Dezember

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