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Unterwegs auf den schnellen Verbindungen nach Südtirol - Autobahngebühren - Strafen

(Stand: 13.03.2024) Gerne verlässt man sich im Urlaub auf den Komfort des eigenen Autos. Zuhause steht es vor der Türe und schluckt geduldig alle Gepäckstücke, die man mitnehmen möchte. Sorge um genau getimte Abfahrtszeiten kommt gar nicht erst auf – man ist Herr oder Frau über den eigenen Fahrplan und kann eigenmächtig Rastpausen einlegen.

Autobahngebühren - Strafen
Autobahngebühren - Strafen

Wann man will, wo man will, wie lange man will. Doch bei all der Unbeschwertheit gibt es doch auch etwas sehr Grundlegendes zu beachten: Der Weg wartet mit zusätzlichen Kosten auf, denn Autobahnen sind in Südtirol ausnahmslos mautpflichtig.

An der Autobahnauffahrt kann man sie bereits von Weitem erkennen – die Mautstationen, an denen sich zu Stoßzeiten kleinere bis größere brummende Schlangen bilden.
Die Mautgebühr in Südtirol ist kilometerabhängig. Soll heißen – je länger die Strecke, desto länger die Zahl, die letztendlich auf der Rechnung steht. Bei der Auffahrt auf die Autobahn ziehen Sie also ein Ticket (meist steht dafür ein Gerät mit einer roten Taste bereit) und bewahren Sie dieses unbedingt sorgfältig auf. Denn bei der Abfahrt gilt es, dieses Ticket wieder vorzuweisen, weil es verrät, wie lange Sie auf der mautpflichtigen Strecke unterwegs waren. Geht das Ticket einmal verloren oder können Sie es nicht mehr vorweisen, wird eine Strafgebühr fällig. Zusätzlich müssen Sie dann auch die Streckengebühr von der am weitesten entfernten Auffahrt zahlen.

Gezahlt wird entweder bar, mit Kreditkarte oder mit der „VIAcard“, einer Prepaid-Card im Scheckkartenformat, die Sie vor der Reise entsprechend aufladen können. Mit dem „Telepass“ von tolltickets fahren sie überdies bargeldlos am Stau vorbei – eine mitgeführte On-Board-Unit übermittelt Ihre Auffahrts- und Abfahrtsdaten, der entsprechende Betrag wird von Ihrem Bankkonto oder Ihrer Kreditkarte abgebucht. So ersparen Sie sich das Warten an den Mautstationen, da Sie die speziellen automatisierten Abfertigungsfahrspuren verwenden.

Gesonderte Mautstrecken

Neben der kilometerbezogenen Maut gibt es allerdings auch Strecken, die eine gesonderte Mautgebühr verlangen:


Die Brennerautobahn (A13) war eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt und schlängelt sich sowohl durch Österreich als auch durch Italien. In Österreich kostet eine Einzelfahrt auf der Brenner-Autobahn den Reisenden eine Streckengebühr von 16 EUR, für zwei Fahrten fällt eine Gebühr von insgesamt 28 EUR an. Wer öfter im Jahr diesen Weg wählt, kann mit einer Jahreskarte um 122 EUR günstiger wegkommen. Für den österreichischen Teil der Brenner-Autobahn brauchen Sie übrigens nicht die ansonsten verpflichtende Autobahnvignette – die Gebühr wird hier gesondert eingehoben. Die Streckenmaut kann auch bereits online erworben werden, wobei der Vorteil darin besteht, dass Ihr Nummernschild dann registriert und automatisch erkannt wird. An den Mautstationen können Sie dann die grün markierte Spur für die Digitale Streckenmaut benutzen. Auf diesen Spuren gibt es keine Stationen zur Karten- bzw. Barzahlung und daher können sie auch nur von PKWs befahren werden, die sich zuvor für die Digitale Streckenmaut registriert haben.

Achten Sie dann auch auf die Anschlussstrecken weiterer Autobahnen, denn hier ist wieder die allgemeine Vignette erforderlich. In Italien hängt die Höhe der Mautgebühr allerdings von den zurückgelegten Kilometern ab. Ihre Gebühr für die geplante Strecke können Sie hier im Voraus berechnen.


Für die Hochalpenstraße des Stilfser Jochs ist zwischen dem Ortsende von Trafoi und dem Stilfser Joch eine Sondermaut von 10 EUR (PKW und Motorrad) fällig, die ab Lochung eine Woche lang gültig ist.


Das Timmelsjoch zählt zu den Straßen, die eine Benutzungsgebühr voraussetzen. Für PKWs kostet die einfache Strecke 19 EUR. Hin/Retour kommt auf 26 EUR und eine Saisonkarte ist um 85 EUR zu haben. 85 EUR kostet auch die Saisonkarte für Motorräder, während die Einfachfahrt auf 17 EUR kommt und für Hin/Retour 23 EUR zu bezahlen sind.

Tarife

Geschwindigkeitsbeschränkungen, Autobahnverbote und generelle Bußgelder

Folgende erlaubte Höchstgeschwindigkeiten gelten für Fahrer von Kraftfahrzeugen in Südtirol:

Ortsgebiet: 50 km/h
Freiland: 90 km/h

Schnellstraße: 110 km/h
Autobahn: 130 km/h


Die Brennerautobahn nimmt hier mit einer Beschränkung auf 110 km/h allerdings eine Ausnahmestellung ein.


Bei Regen und Schneefall gelten zudem andere Bestimmungen: 100 km/h auf der Autobahn und 90 km/h auf Schnellstraßen, bei Nebel 50 km/h. Auch Führerscheinneulinge und Personen unter 21 Jahren müssen sich an Sonderregelungen halten – Autobahn: 100 km/h, Schnellstraße: 90 km/h.
Anhänger dürfen auf Autobahnen nicht schneller als mit 80 km/h gezogen werden und müssen eine entsprechende Kennzeichnung auf dem Heck aufweisen.
Darüber hinaus ist Motorrädern mit weniger als 150 ccm die Auffahrt auf die Autobahn nicht gestattet.


Geschwindigkeitsübertretungen kommen Sie in Italien besonders teuer. Wer 20 km/h zu schnell fährt, wird mit einem Bußgeld ab 175 EUR gestraft, bei einer Überschreitung von mehr als 50 km/h muss man mit mindestens545 EUR rechnen.

In Italien herrscht eine 0,5-Promille-Grenze. Ein Verstoß kommt auch in diesem Fall sehr teuer – nämlich mit einer Mindeststrafe ab 545 EUR. Zwischen 22:00 Uhr und 07:00 Uhr sind Strafen zudem generell um ein Drittel höher angesetzt. Bei mehr als 1,5 Promille besteht die Möglichkeit, dass das Fahrzeug eingezogen und zwangsversteigert wird.


Führerscheinneulinge, die noch keine drei Jahre im Besitz ihrer Lenkberechtigung sind, dürfen nicht einmal kurz an einem Glas nippen – bei Ihnen gelten 0,0 Promille.

Telefonieren hinterm Steuer ist einzig und allein mit einer Freisprecheinrichtung erlaubt. Bereits beim ersten Vergehen drohen Geldstrafen in Höhe von 422 bis 1697 Euro. Der Führerschein kann den Lenkern bereits nach dem ersten Verstoß für bis zu zwei Monate entzogen werden.

Außerhalb des Ortsgebiets müssen alle Kraftfahrzeuge auch tagsüber mit Licht fahren. Bei Verstoß wartet eine Strafe ab 40 EUR.


Wie Sie sehen können, nimmt man es in Südtirol sehr ernst mit dem Gesetz und ein Regelverstoß kann schon mal einen sehr großen Teil der Urlaubskasse in Anspruch nehmen. Also besser keine Nebenkosten riskieren und einmal später ankommen – im Urlaub hat die Uhr ohnehin nur eine ganz kleine Nebenrolle.

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