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Traditionen: Weihnachtsbräuche mit langer Geschichte

  • Bergweihnacht

In Südtirol hat das Brauchtum einen hohen Stellenwert. Vor allem rund um die Advent- und Weihnachtszeit werden in den einzelnen Südtiroler Regionen verschiedenste Traditionen gepflegt.

Sehr beliebt in ganz Südtirol ist die Hausräucherung vor Weihnachten, zu Neujahr bzw. am Dreikönigstag. Am Heiligen Abend wird die Räucherung zu Mittag durchgeführt, an den anderen zwei Tagen vor dem Abendessen. Für die Hausräucherung benötigt man eine Pfanne oder einen Kessel mit Glut, die vom „Hausvater“ getragen wird, die anderen Familienmitglieder gehen mit und sprechen Gebete, außerdem werden die Räume mit Weihwasser gesprengt. Anschließend kehrt man in die Stube zurück, wo die Glutpfanne abgestellt wird. In Mölten wird beispielsweise das Gesicht dann dreimal über den Rauch gehalten, um sich so vor Erkrankungen schützen zu können.
 

Festessen am Heiligen Abend

Früher wurden im Sarntal vor dem Abendessen drei Rosenkränze gebetet. Außerdem war (ist) es Brauch, arme Leute zu einem Festmahl einzuladen, wobei die Speisenfolge seit Jahrhunderten immer gleich ist. Während des Essens sperrte man die Haustüre ab, damit niemand hereinkam, da man den Glauben vertrat, dass sonst jemand aus der Familie sterben würde.
 

Opfergänge

In Sankt Magdalena in Gsies gibt es am 24. Dezember um Mitternacht das sogenannte „Amt für die opfernden Hirten“. Die Hirten, die das Vieh im Sommer im Tal oder auf der Alm gehütet haben, gehen dann in einer ganz speziellen Reihenfolge zum Opfer. Am Stephanstag findet der Opfergang der Pferdebesitzer statt, da Stephanus der Patron der Pferde ist. Daher werden an diesem Tag Getreide, Hafer bzw. Wasser geweiht. Mit dem „Stephanswasser“ werden aber auch die Felder besprengt, vor allem die Roggenäcker.
 

Neujahrsschreien im Ahrntal

Im Ahrntal ziehen die Kinder zu Neujahr von Haus zu Haus, sagen ein Sprüchlein auf und werden dann beschenkt. Dieser Brauch wird auch „Neujahrsschreien“ genannt. Ein Aberglaube in Bezug auf diese Tradition ist, dass wenn eine alte Jungfrau bzw. eine alte Frau jemandem als erste „das neue Jahr abgewinnt“, ein Unglück passieren würde. Weit verbreitet sind auch die Neujahrswünsche der Musikkapellen, die von Haus zu Haus ziehen, um den Bewohnern ein glückliches neues Jahr zu wünschen.
 

Dreikönigsbräuch

Am Vorabend des Dreikönigstages wird Wasser geweiht, mit dem man dann „künigen“ geht, das heißt, der Bauer sprengt gemeinsam mit einem Knecht seine Felder mit dem Weihwasser. In Ulten macht man am Vortag zum Dreikönigstag bereits zu Mittag Feierabend, da hier der Glauben vorherrscht, dass am Nachmittag Christus durch Wälder und über Felder schreitet und daher die Arbeit ruhen muss. In Buchenstein wird am Dreikönigstag nach dem Gottesdienst von den Buben Reisig gesammelt. Der Reisighaufen wird dann in der Nacht entzündet, außerdem haben die Buben auch Pechfackeln mit dabei, die sie ebenfalls entzünden, im Kreis schwingen und dazu „Pan e vin!“ (Brot und Wein) schreien. Ist das Feuer niedergebrannt, gilt es, schnell nach Hause zu laufen, denn sonst könnte man der „Du(0)nnaccia“, einem hässlichen Weib, begegnen, die mit Geistergestalten unterwegs ist und die Fleißigen belohnt, den Faulen aber droht, sie mitzunehmen.
 

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