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Zunftmuseum Bichlbach in Tirol

  • Zunftmuseum Bichlbach in Tirol

Tirol ist reich an Handwerk und Handwerkskunst. Doch während heute der Zugang zum Handwerk und zu Ausbildung und Lehre relativ einfach und für jedermann offen ist, war er über Jahrhunderte durch ein strenges Zunftwesen geregelt.

Erst im Zuge der industriellen Revolution verloren die Zünfte ihre Bedeutung und wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts abgeschafft.

Im Zunftmuseum in Bichlbach in der Ferienregion Tiroler Zugspitzarena erfährt man Näheres über die lange Geschichte und die Tradition der Zünfte. Das 2006 eröffnete Museum ist das einzige Museum Tirols, das sich mit dem Zunftwesen beschäftigt, was wiederum nicht von ungefähr kommt: In Bichlbach steht ja auch die einzige Zunftkirche Österreichs, die zwischen 1710 und 1718 erbaute barocke St. Josefs-Kirche. Von außen ein schlicht gehaltener Bau zeigt sie im Inneren das Können der Außerferner Maurer und Steinmetze, Stuckateure und Zimmerleute in aller Pracht. Prunkstück ist der fast vollständig vergoldete Hochaltar, ein Meisterwerk barocker Bildhauerkunst.

Das Zunftmuseum ist im alten Widum, dem ehemaligen Pfarrhaus gleich neben der Pfarrkirche von Bichlbach, untergebracht. In einem spannenden Wechselspiel von historischen Objekten und neu geschaffenen Anschauungsmaterialien wird die Entwicklung der Zünfte und der verschiedenen Handwerke veranschaulicht. Verständlich wird so die Bedeutung des Zunftwesens, das nicht nur Ausbildung, Qualitätsstandards und Preise regelte, sondern auch Sozialleistungen für die Mitglieder erbrachte. Außerdem prägte die Zunft das das private Leben der Mitglieder; so wurden etwa nur Personen aufgenommen, die römisch-katholisch und ehelich geboren waren.

Wie in vielen Regionen Tirols mussten auch die Handwerker des Außerfern in den Sommermonaten auf Wanderschaft gehen, um ihren Unterhalt zu verdienen. So hinterließen ihr Können und ihre Kunstfertigkeit im gesamten Ostalpenraum Spuren; umgekehrt brachten sie von ihren Reisen neue Ideen, Techniken und Moden mit in die Heimat.

Außer über (Sozial)Geschichte erfährt man im Zunftmuseum aber auch viel über die verschiedenen Handwerke selbst, z.B. über die Arbeit des Vergoldens, über die Entstehung von Stuckmarmor und von Fresken oder über die verschiedenen Holzarten, die ein Zimmermann verwendet. Daneben zeigt das Museum regelmäßig Sonderausstellungen, derzeit – noch bis 31.3.2011 – beispielsweise „Unterwegs – Handel und Wandel“.
Das Zunftmuseum Bichlbach und der Museumsverbund Außerfern wurden 2008 mit dem Tiroler Museumspreis ausgezeichnet.

Von Handwerkskunst und Zunftwesen
Das Zunftmuseum Bichlbach Tirol
 
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