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Verhalten im Hochgebirge

Hoch oben umgeben von einer atemberaubenden Bergkulisse gelten andere Regeln als unten im Tal. Das Wetter schlägt schneller um, eine geplante Tour erfordert manchmal mehr Kraft als erwartet und ein kleiner Fehltritt kann mitunter eine frühzeitige Rückkehr erfordern.

Bergspaß in Hintertux
Bergspaß in Hintertux - Photo: flickr-User: Leo-setä - CC BY 2.0
Bergsteiger beim Rasten
Bergsteiger beim Rasten
Gipfelstürmer
Gipfelstürmer
im Klettersteig
im Klettersteig - (c) by Sperber / Michael Beat - CC BY 2.0
Klettern im Paznaun
Klettern im Paznaun - © Tourismusverband Paznaun - Ischgl

Ob beim Wandern im Hochgebirge oder beim Bezwingen von anspruchsvollen Klettersteigen – wer ein paar grundlegende Verhaltensweisen beherzigt, der sorgt nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch dafür, dass das Bergerlebnis ein voller Erfolg wird.

Für Naturliebhaber und ambitionierte Sportler gibt es wohl nichts Schöneres, als den Ruf der Berge. Die Strapazen des Aufstiegs werden mit einem herrlichen Panoramablick belohnt, der Hunger bei einer zünftigen Jause gestillt und die beanspruchten Füße in einem kristallklaren Bergsee gekühlt. Damit man die Zeit am Berg in vollen Zügen genießen kann, sollte man sie im Vorfeld gut planen. Im Mittelpunkt der Vorbereitung steht das Sammeln von Informationen zur geplanten Route:

  • Wie lange ist die geplante Tour?
  • Welche Besonderheiten (Gletscherfelder, steile Hänge, Nässe) gilt es zu beachten?
  • Wie viele Höhenmeter werden überwunden?
  • Wie ist die Tour hinsichtlich Schwierigkeitsgrad und Kondition klassifiziert?
  • Welche Ausrüstung (Bekleidung, Rucksack, Proviant, Helm, Karabiner etc.) ist für die sichere Bewältigung der Tour erforderlich?

Erfahrene Bergführer empfehlen außerdem, die Strecke auf einer Land- oder Bergkarte einzuzeichnen und während der Tour immer wieder einen Blick darauf zu werfen. So lässt sich unterwegs stets ein ungefährer Standpunkt bestimmen. Abweichungen von der geplanten Wanderung sind genauso tabu wie das Verlassen der markierten Wege.

Richtig reagieren bei einem Gewitter

Das oberste Gebot unter Bergsteigern und Kletterern lautet: Gewitter meiden! Ein Blick auf die Meldungen des Wetterdienstes macht sich in jedem Fall bezahlt. Sieht die Prognose vereinzelte Wärmegewitter vor, sollte man seine Bergwanderung auf die frühen Morgenstunden oder den Vormittag verlegen. Kündigt sich eine Kaltfront an, die Gewitter und Regen mit sich bringt, lohnt es, die Tour zu verschieben. Wer wider Erwarten doch in eine Gewitterfront gerät, der muss Ruhe bewahren und rasch handeln:

  • Gipfel, Klettersteige, Grate und freie Fläche meiden.
  • Felsen, Überhänge, kleine Höhlen, Stahlseile zügig verlassen.
  • Bei Gefahr von Blitzschlägen mit geschlossenen Füßen die Hockhaltung einnehmen.
  • Gepäck und Kletterausrüstung immer unterhalb des eigenen Standpunktes ablegen, da Blitze nach Einschlag nach unten verlaufen.
  • Schutz in einer nahegelegenen Hütte oder einem Unterschlupf suchen.

Im Notfall rasch Hilfe leisten

Unfälle im Hochgebirge können sich zu echten Notfällen entwickeln, da das unwegsame Gelände sowohl Ersthelfer als auch Rettungsdienste vor besondere Herausforderungen stellt. Während kleine Schürfwunden oder Blasen noch selbst versorgt werden können, gilt es im Ernstfall, kühlen Kopf zu bewahren und eine rasche Bergung des Verletzten zu organisieren. Wichtige Nummern:

  • Landesnotrufzentrale, Bergrettung Südtirol: 118
  • Alpin-Notruf, österreichische Bergrettung: 140
  • Euro-Notruf: 112

Grundlegende Verhaltensregeln beachten

Ob erfahrener Tourengeher oder begeisterter Anfänger, ob kurze Bergtour oder stundenlanger Track – gewisse Verhaltensregel gelten für alle Bergliebhaber gleichermaßen. Mit einer verantwortungsvollen Einstellung und gebührendem Respekt vor der Natur liegt man nie falsch. Die „goldenen“ Bergregeln lauten wie folgt:

  • Seien Sie ehrlich zu sich selbst und überschätzen Sie niemals Ihre eigenen Fähigkeiten in Bezug auf Kondition, Trittsicherheit, Ausdauer und Kraftreserven. Eine Tour, die 6 Stunden oder mehr in Anspruch nimmt, fordert körperliche Ressourcen. Müdigkeit und Erschöpfung können Konzentrationsschwierigkeiten zur Folge haben. Dies wiederum begünstigt kleine Fehler oder Schwächen beim Auftreten.
  • Starten Sie Ihre Bergtour nur, wenn Sie sich körperlich gesund und fit fühlen. Anderenfalls sollten Sie Ihre Pläne lieber um ein paar Tage verschieben.
  • Bei starken Ermüdungserscheinungen oder dem Gefühl „es nicht mehr zu schaffen“ sollte man so rasch wie möglich ins Tal zurückkehren, auch wenn der Gipfel nicht mehr weit entfernt liegt. Die eigenen Grenzen zu respektieren ist keine Schande!
  • Wer in der Gruppe unterwegs ist, sollte Gehtempo und Schwierigkeitsgrad vor allem an die Bedürfnisse der schwächeren Gruppenmitglieder anpassen.
  • Entsorgen Sie Müll und Abfälle fachgerecht oder nehmen Sie den Unrat wieder ins Tal mit.
  • Achten Sie auf ein respektvolles Verhalten gegenüber der Natur und ihren Lebewesen.
  • Informieren Sie Freunde oder Ihre Gastgeber wie lange Sie sich in den Bergen aufhalten möchten und wohin Ihre geplante Tour führen soll.
  • Wetterwarnungen und Wetterberichte sollten immer ernst genommen werden. Im Hochgebirge gilt der Grundsatz: günstige Wetterprognosen dürfen nie überschätzt, schlechte Prognosen nie unterschätzt werden.

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