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Wolfgang Moroder - GFDL
Urlaubsplaner

Trostburg im Eisacktal

Jeder, der schon einmal durchs Eisacktal gegen Süden gefahren ist, kennt die Trostburg. Mächtig thront sie auf dem Berghang über der Ortschaft Waidbruck am Eingang zum Grödnertal, eine der schönsten und imposantesten Burganlagen Südtirols.

Trostburg
Trostburg - Photo: Wolfgang Moroder - GFDL

Urkundlich erwähnt wird die Trostburg erstmals im Jahr 1173 als Sitz eines Konrad von Trostberg, die Ursprünge der Burg dürften allerdings noch in viel frühere Zeiten zurück reichen. Der heute erkennbare älteste Kern der Burg, der Bergfried mit dem nordwärts gelegenen Palas, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Damals war die Trostburg im Besitz der Herren von Veldthurns, die als Straßenräuber verschrien waren. Um 1290 fiel sie an die Grafen von Tirol, die sie wiederum die Herren von Villanders und Wolkenstein verpfändeten. Über 600 Jahre blieb die Trostburg Stammsitz der – unter Kaiser Friedrich III. in den Freiherrnstand und 1630 in den Reichsgrafenstand erhobenen – Herren von Wolkenstein-Trostburg. Auch der legendäre Oswald von Wolkenstein (1377 – 1445), Dichter, Minnesänger und Politiker, verbrachte seine Kindheit auf der Trostburg.

Bereits im 14. Jahrhundert wurde die Burg nach Norden erweitert, im 17. Jahrhundert ließ sie Engelhard Dietrich Graf von Wolkenstein-Trostburg im Stile der Renaissance großzügig umbauen, aber bereits damals wurde die Burg nur mehr in den Sommermonaten bewohnt. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Anlage zunehmend von Verfall bedroht, bis sie schließlich 1981 in den Besitz des Südtiroler Burgeninstituts überging. In der Folge wurde die Trostburg behutsam und sorgfältig restauriert, wobei man bemüht war, die Burg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, dabei aber ihren besonderen Charakter zu erhalten. Seit 2005 beherbergt die Burg auch das Südtiroler Burgenmuseum.

Eine Besichtigung der Trostburg führt durch die teils prunkvollen Räumlichkeiten mit romanischen Säulen, Tür- und Fensterbögen, Stuck und Täfelungen aus der Renaissance, prächtigen Fresken, Kachelöfen und teils noch originalem Mobiliar. Vor allem die gotische Stube mit komplett erhaltener Täfelung und dreifach gewölbter Balkendecke ist berühmt, ebenso der Rittersaal mit der reich verzierten Kassettendecke, und auch die Bibliothek und die Kapelle sind beeindruckend. Beim Streifzug durch die Gemächer bekommt man einen sehr lebendigen Eindruck vom Wohngefühl im Mittelalter und in der Renaissance. Die Behaglichkeit und Wohnlichkeit mancher Räume ist überraschend, obwohl der Burg- und Wehrcharakter immer im Vordergrund steht.

Die Dauerausstellung des Südtiroler Burgenmuseums zur Geschichte der Burgen Südtirols zeigt u.a. 86 hoch interessante maßstabgetreue Burgenmodelle. Überaus reizvoll sind auch die Befestigungsanlagen, Türme und Wehrgänge und die Umgebung der Trostburg mit dem alten Gemüsegarten und der Turnierwiese.

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