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[ 17.10.2010 ]

Almererfahren altes Brauchtum im Unterinntal

Im Tiroler Unterinntal, im Raum Kufstein und Kitzbühel, hat sich vereinzelt ein Brauch erhalten, der wild und urtümlich auf eine alte Volkssage zurückgeht.

Die Rede ist vom „Almererfahren“ bzw. vom „Martinsgstampf“, das nach wie vor rund um den 11. November, den Festtag des Hl. Martin, ausgeübt wird.

Während wir das Martinifest im allgemeinen v.a. mit heimeligen oder geselligen Ereignissen, wie dem „Ganslessen“ oder den stimmungsvollen Laternenfesten und –umzügen der Kinder verbinden, ist das „Almererfahren“ eine durch und durch unheimliche Sache. Der Brauch beruht auf der Legende vom „Almer“, auch „Wilder Ochsener“ genannt, einem Senner, wie er uns auch in der Volkssage vom „Kasermandl“ begegnet. Dieser Senner soll ein schlechtes, verfehltes Leben geführt haben und mit den auf der Alm erzeugten Produkten nicht sorgsam, sondern verantwortungslos und schändlich umgegangen sein. Für seine Sünden muss er nun nach seinem Tod büßen. Seine Seele findet keine Ruhe, und auch nach dem Almabtrieb im Herbst muss er zur Strafe als Geist alleine auf der Alm bleiben. Für den Wanderer kann die Begegnung mit diesem Almer oder Kasermandl auf der spätherbstlichen oder winterlichen Alm sehr unheimlich, ja sogar gefährlich werden. Erst am 11. November, zu Martini, darf auch der Almer ins Tal. Sein Abzug von der Alm erfolgt nachts, und in einer schaurigen, wilden und lauten Jagd stürmt er mitsamt seinen gespensterhaften Tierherden durchs Dorf.

Diese unheimliche Szene versucht man beim „Almerfahren“ nachzustellen, wobei die Ausübung des Brauches meist in den Händen der örtlichen Burschenschaften liegt. Das „Almererfahren“ ist dabei kein Schaubrauch im herkömmlichen Sinne. Er hat keinen fixen Termin, der genaue Zeitpunkt ist allein den Akteuren bekannt. Mit Tierfellen vermummt und unter Schellengeläute ziehen die Burschen dann in den dunklen Novembernächten durch den Ort und die abgelegenen Weiler. Mit Geheul und Getöse erschrecken sie die Bewohner, vorzugsweise die weiblichen, und lassen sich dafür abschließend auch noch bewirten.

Bei einem Novemberurlaub in den Regionen Kitzbühel oder Kufstein können Sie also mit ein wenig Glück ein Stück echtes, urtümliches Brauchtum miterleben!

Almererfahren – altes Brauchtum im Unterinntal
11.11.2010 Region Kitzbühel

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