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[ 23.01.2010 ]

Fisser Blochziehen Fiss in Tirol

Das Blochziehen ist einer der ältesten und originellsten Fasnachtsbräuche im Alpenraum, urtümlich und geheimnisvoll, nicht vergleichbar mit dem herkömmlichen Fasching oder Karneval.

Seine Wurzeln liegen tief in der (vorchristlichen) Geschichte Tirols, in den Frühlings- und Fruchtbarkeitsfesten der Urzeit. In etlichen Gemeinden des Oberinntales ist dieser uralte Brauch nach wie vor lebendig, und am berühmtesten ist das Blochziehen in Fiss, im Herzen des Skigebietes Serfaus-Fiss-Ladis, denn hier wurde diese Tradition praktisch immer ohne Unterbrechung gepflegt.

Beim Blochziehen wird ein großer Baum, eine Zirbe, durch das ganze Dorf geführt und abschließend versteigert. Zu diesem Umzug gehören natürlich zahlreiche Figuren und Masken, die alle eine bestimmte Rolle einnehmen und eine spezielle Bedeutung haben. Das Fisser Blochziehen beginnt heute beim Kulturhaus, wo der Baum, der schon im Spätherbst gefällt wurde, auf den Umzug wartet. Vorab laufen die Schallner – junge Burschen mit großen Schellen behängt –, die Mohrelen und der Bajatzl – eine Art Harlekin, der überall seine Späße macht – mit Lärm und Geläute durch den Ort und sollen die Bösen Geister und Dämonen vertreiben. Dann beginnt der eigentliche Umzug, und kommandiert vom Fuhrmann versuchen nun Bärentreiber, Mohrelen, Bauern- und Handwerksleute den großen Baum durch den Ort zu ziehen. Doch die Hexen und v.a. der Schwoafttuifl wollen das verhindern und den Zug stoppen. Der Bär – er symbolisiert die Naturgewalten – und der Maismann, der für die Kraft des Menschen steht, müssen zum Mitziehen eingefangen werden. Doch auch weiterhin kommt der Zug in den engen Gassen oder bei Steigungen immer wieder zum Stehen; Hexen und Teufel nutzen jede Gelegenheit, den Bären und den Maismann zu befreien, worauf diese wieder eingefangen werden müssen. Manchmal geht auch der Schlitten zu Bruch und muss repariert oder gewechselt werden. Dazwischen treibt andauernd der Bajatzl seine Späße, und natürlich spielt auch eine Fasnachts-Musikkapelle fleißig auf. Wenn der Zug schließlich doch an seinem Ziel, dem „Fonnesplatz“ angekommen ist, wird der Baum vom Bürgermeister versteigert und anschließend zum Kulturhaus zurück gebracht. Dies geschieht oft schon unter Zeitdruck, denn sobald die Kirchenglocke zum abendlichen Betläuten ertönt, darf sich keine der Masken mehr im Ort sehen lassen.

Fisser Blochziehen
31.1.2010

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