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[ 05.10.2011 ]

Krautingerwoche in Wildschönau

Herbstzeit ist Rübenzeit in der Wildschönau. Da werden die weißen Stoppelrüben, von den Einheimischen auch „Soachruam“ genannt, geerntet. Auf vielerlei Arten lässt sich diese Rübenart verwenden und verarbeiten: Verkocht zu Suppe oder Eintopf, klein gehackt im Strudel, als Kuchen oder als vitaminreiche Rohkost sorgt die „Soachruam“ immer wieder für Gaumenfreuden.

Die absolute Spezialität der Wildschönau ist allerdings der Schnaps, der aus dieser Rübe gebrannt wird: der Krautinger! Das Privileg fürs Schnapsbrennen hatten die Wildschönauer Bauern einst von Maria Theresia erhalten, da die Region derart arm war, dass die Menschen dringend eine neue Einnahmequelle brauchten. Und so war es den Wildschönauer Bauern hinfort – als einzigen im gesamten Reich – gestattet, aus der weißen Stoppelrübe Schnaps zu brennen. Den legendären Krautinger gibt es also nur in der Wildschönau, er ist ein regionaltypisches, geschütztes Produkt, und ihm ist es auch zu verdanken, dass die Wildschönau 2006 zur Tiroler Genussregion erhoben wurde.

Anfang Oktober wird der Krautinger mit einem großen Fest gefeiert. Da gibt es jede Menge Musik und Tanz, die Bundesmusikkapelle und mehrere Volksmusikgruppen – Vierklee, Feierabendmusig, Ebbser Kaiserklang u.a. – spielen auf und natürlich dürfen auch die „Sturmlöda“, die alte Wehrtruppe der Wildschönau, nicht fehlen.

# Da man sich ja selbst während der Krautingerwoche nicht ausschließlich von Schnaps ernähren kann, stehen auch etliche kulinarische Köstlichkeiten rund um die Stoppelrübe am Programm: Suppen, Knödel und Strudel, Rüben-Schlutzkrapfen, Ruabnstrudl sowie Ragouts als Beilage zu Fisch und Fleisch – den Möglichkeiten und der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Zehn Wildschönauer Wirte beteiligen sich am kreativen Kochen rund um die Rübe. Weitere Attraktionen sind der Handwerks- und Bauernmarkt, geführte Wanderungen und die Prozession am 2. Oktober, dem Erntedanksonntag. Wer sich für die Herstellung des Krautingers interessiert, kann an den diversen Hofführungen teilnehmen, wo man Einblick in das aufwändige Verfahren erhält, in dem der Krautinger destilliert wird. Der Krautinger ist – nicht nur für die Bewohner der Wildschönau – Lebenselixier, Heilmittel und Medizin in einem. Vor allem bei Magenverstimmungen soll der Schnaps wahre Wunder wirken.

Im Rahmen der Krautingerwochen wird schließlich auch der „Krautinger des Jahres“ prämiert, den prominente Gäste und eine fachkundige Jury aus den verschiedenen Destillaten wählen. Feierlicher, später auch ausgelassener Abschluss der Woche ist der Krautingerball im Bergbauernmuseum am 8. Oktober.

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