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[ 29.07.2012 ]

Sensenmähen

  • Mit der Sense mähen
  • Traktor mit Heu

Harte Arbeit oder Wellnes-Urlaubsprogramm? Sensenmähen zwischen Bergbauernalltag, Wettkampf und Freizeitluxus.

Das Mähen mit der Sense gehört nach wie vor zum harten Alltag der Bergbauern. Selbstverständlich wird heute nur noch dort von Hand gemäht, wo man mit dem Traktor nicht mehr hinkommt. Doch in den Gebirgsregionen von Südtirol und Tirol sind die Hänge, die zu steil oder zu unwegsam für Maschinen sind, immer noch groß genug.

Wellnesstrend

Gleichzeitig hat man das Sensenmähen als Wellnesstrend entdeckt. Die gleichmäßige, schwingende Bewegung hat durchaus etwas Meditatives und kann zum städtischen Büro- und Arbeitsalltag durchaus eine sinnvolle Alternative sein. In etlichen Hotels und Urlaubsregionen wird Sensenmähen als Teil eines Wellness-Programms angeboten, bei dem man sozusagen „back to the roots“ gelangt und die konkrete, anstrengende Arbeit des Mähens einen wohltuenden Kontrast zu den oft sehr abstrakten Arbeiten in unserer modernen Informationsgesellschaft bildet. Fitnesstraining und Selbsterfahrung bzw. Selbstfindung in freier Natur stehen dabei im Mittelpunkt. Außerdem lernt man die sozusagen „technischen“ Aspekte, die richtige, kraftsparende Mähtechnik, aber auch die Handhabung und Pflege des Werkzeuges, v.a. das richtige Schleifen der Sense mit dem Wetzstein, das sogenannte Dengeln. Auch die verschiedenen, für das jeweilige Gelände optimalen Sensentypen werden vorgestellt.

Selbstfindung bei der Feldarbeit

Früher war das Mähen der Wiesen und Felder echte Schwerstarbeit. Oft wurde wochenlang bis zu 16 Stunden am Tag gemäht. Um die Arbeit möglichst effizient durchzuführen, ging man sehr systematisch vor: Voran schritt immer der Großknecht, der meist auch der beste und schnellste Mäher war. Ihm folgten seitlich versetzt die anderen Knechte und Hilfsarbeiter, je nach Größe der Flächen bis zu zwölf Mann. Bis zu 600 m² in der Stunde soll ein guter Mäher geschafft haben. Hintennach gingen die Mägde, meist eine Magd auf drei Mäher, die das Heu aufwirbeln und aufschütteln mussten. Männer und Frauen schenkten einander dabei nichts: War die eine Gruppe zu langsam, wurde sie von der anderen gnadenlos verspottet.
 
Auf den steilen Berghängen der Alpen wurde das Mähen oft zur Qual und war außerdem sehr gefährlich. Manchmal mussten sogar Steigeisen angelegt werden, denn ein Ausrutschen auf den abschüssigen Wiesen konnte den Tod bedeuten. Was uns heute als kontemplative Idylle erscheint, war lebensgefährliche, unendlich harte Schwerstarbeit. Die moderne Technik hat hier Gott sei Dank große Erleichterung gebracht.
 
Daneben wird Sensenmähen heute auch noch wettkampfmäßig betrieben. Ob in geregelten Wettkämpfen auf Landes- und nationaler Ebene oder als Juxveranstaltung: Sensenmähen kann ein durchaus attraktiver Sport sein, bei dem Kraft und Geschicklichkeit gleichermaßen gefordert sind.

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