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Almwirtschaft in Tirol und Südtirol

  • Rinder auf der Alm
  • Seiser Alm
  • Villanderer Alm
  • Fanealm bei Vals

Die Almen in den Bergen Südtirols und Tirols sind nicht nur beliebte und idyllische Ausflugsziele für wandernde Urlauber, sondern auch ein ganz wichtiger Faktor im Ökosystem der Alpen.

In Südtirol machen die Almen 34% der gesamten Landesfläche aus, in Tirol sogar 47% - allein diese Prozentsätze zeigen die Bedeutung der Almwirtschaft. In Südtirol befindet sich mit der Seiseralm zudem die mit 57 km² größte Hochalm Europas. Rund 95.000 Stück Vieh in Südtirol und 190.000 in Tirol – neben Rinden auch Ziegen, Schafe und Pferde – finden im Sommer auf den Almen Nahrung, das ist ein ganz gewaltiger Wirtschaftsfaktor. Blieben die Tiere im Tal, müssten die Bauern enorme Futtermengen zukaufen.

Idyll und harte Arbeit

Nicht nur das: Die Futterzusammensetzung und die natürliche Bewegung der Tiere auf den Almen wirken sich ausgesprochen positiv auf die Qualität der Almmilch aus. Neben einem höheren Fett- und Eiweißgehalt ist auch ein höherer Anteil insbesondere an Vitamin A und D und an ungesättigten Fettsäuren nachweisbar. Das Gros der Milchproduktion geht an Molkerein im Tal, ein Teil wird aber auch auf den Almen selbst zu Käse und Butter verarbeitet bzw. direkt vermarktet.
 
Die Almwirtschaft ist naturgemäß auch für den Tourismus von großer Bedeutung. Die liebevoll und mit viel Aufwand gepflegten Almflächen stehen zumeist auch der touristischen Nutzung und als Erholungsgebiete zur Verfügung. Wanderwege und Mountainbikerouten, aber auch im Winter Skipisten, Lifttrassen oder Langlaufloipen führen über die Almen. Dazu kommen die Erzeugung und Vermarktung von naturnahen Produkten und schließlich die Bewirtung und Verpflegung von Wanderern auf den bewirtschafteten Almhütten und Jausenstationen. Das „Almerlebnis“ gehört einfach zum Urlaub in den Alpen dazu.
 
Natürlich hat sich das Almleben in den letzten Jahrzehnten gewaltig verändert. Auch hier haben moderne Technik und Arbeitsmethoden Einzug gehalten. Doch nach wie vor ist viel harte körperliche Arbeit nötig, um die Almen in den oft unwegsamen Gebirgsregionen zu bewirtschaften.

Ökologische Bedeutung

Ganz wichtig sind die Almen auch für den Wasserhaushalt und für den Erosionsschutz. Der dicht bewachsene Almboden vermindert den Oberflächenabfluss und kann große Mengen an Wasser aufnehmen und speichern. Die Erosionsgefahr wird dadurch deutlich verringert und die Almen erfüllen eine wesentliche Schutzfunktion vor Elementargefahren wie Überschwemmungen oder Vermurungen, was gerade in Zeiten häufiger Unwetter für das Leben im Gebirge immer wichtiger wird.
 
Überhaupt ist die Artenvielfalt von Flora und Fauna im Almbereich außerordentlich hoch und wird durch die Bewirtschaftung auch noch gefördert. Die Almen in Tirol und Südtirol sind somit ein schönes Beispiel, dass sich Nachhaltigkeit, Ökologie, Tradition und vielfältiger wirtschaftlicher Nutzen ganz wunderbar vereinen lassen.

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